Gonarthrose – Arthrose im Knie

Der Begriff Gonarthrose steht für Kniearthrose, die beim Menschen häufigste Form der Arthrose, noch vor der Hüftarthrose. Arthrose bezeichnet im Allgemeinen einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt. Die Abnutzung betrifft bei der Kniegelenksarthrose vor allem den Knorpel im Kniegelenk. Dieser dient eigentlich als Stoßdämpfer zwischen dem Oberschenkelknochen (Tibia) und dem Schienbeinknochen (Femur). Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kann es so weit kommen, dass die Knochen aneinander reiben. Dies führt zu starken Schmerzen.

Die Kniearthrose lässt sich innerhalb des Kniegelenks noch einmal exakter lokalisieren und damit spezifizieren. Das heißt, sie kann zB den Knorpel zwischen Kniescheibe (Patella) und Schienbeinknochen (Femur) betreffen. Diese Form nennt sich Femoropatellararrthrose. Bei 47% allerdings entsteht sie zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen, die als Tibiofemoralarthrose bezeichnet wird. Außerdem gibt es auch Mischformen und weitere lokale Spezifikationen, näheres dazu in der Übersicht am Ende.

Gonarthrose: Ursachen und Symptome

Eine Kniearthrose kann verschiedene Ursachen haben, unterscheiden kann man diese zunächst grob in zwei Formen:

  • Primäre Arthrose: Die Ursachen hierbei sind nicht wirklich ausfindig zu machen. Das bedeutet, dass sich die Arthrose eventuell auf einen erblichen Gendefekt, also eine Veranlagung zurückführen lässt. Allerdings muss jemand mit einem entsprechend geerbten Defekt nicht zwangsläufig auch an einer Arthrose erkranken. Die Forschung ist auf diesem Gebiet noch nicht ausgereift.
  • Sekundäre Arthrose: Hier lässt sich die Arthrose auf Faktoren außerhalb der Genetik zurückführen. Mögliche Ursachen für eine Gonarthrose sekundärer Art können sein:

Neben einem Übermaß an Belastung (berufsbedingt, aufgrund von Leistungssport, aber auch wegen starken Übergewichts), gelten vor allem angeborene und traumatische Ursachen als Auslöser.

Angeborene Ursachen beschreiben bestimmte Fehlstellungen der Beine oder Mängel am Kniegelenk selbst. Traumatische Ursachen können Unfälle und  Verletzungen sein. Auch Infekte oder Entzündungen können eine sekundäre Arthrose auslösen.

Wie äußert sich eine Kniearthrose?

Das Hauptsymptom der Kniearthrose ist der Bewegungs- und Ruheschmerz. Das heißt, dass die Schmerzen nach längerer Ruhepause oder langem Sitzen auftreten, was auch Anlaufschmerz genannt wird, dann etwas nachlassen und nach längerer Bewegung allerdings wieder auftreten. Außerdem werden Schmerzen spürbar bei Bewegungs- und/oder Belastungsanstrengungen, wie Treppensteigen oder Heben von Lasten. In weiterer Folge kommt es zu einer immer stärker werdenden Einschränkung der Gelenksbeweglichkeit und das Gelenk beginnt „einzusteifen“. Oft verspüren die Patienten ein Reibephänomen bei Bewegungen und gelegentlich sind sogar Reibegeräusche zu hören.

Eine Röntgenuntersuchung zeigt meist das Ausmaß der Erkrankung und ist wegweisend für den weiteren Behandlungsplan.

Behandlung der Gonarthrose – konservativ oder operativ?

Als konservative Therapie können nichtsteroidale Antirheumatika die Schmerzen lindern und der Entzündung gegenwirken. Aber auch verschiedene Therapiemethoden, wie Physiotherapie, Akupunktur, Stoßwellen- oder Elektrotherapie können Linderung verschaffen. Ebenso helfen bei der Symptomlinderung oft podologische Einlagen.

In frühen, aber auch teilweise noch in fortgeschrittenen Stadien kann oftmals mittels einer speziellen Spritzenkur (PRP, Hyaluronsäure, eventuell Kortison) eine Linderung der Beschwerden erzielt werden. Neue wissenschaftliche Studien belegen vor allem die Wirksamkeit der PRP (patelet rich plama) Infiltrationen. Eine spezielle Methode, bei der aus Venenblut ein Konzentrat an Blutplättchen mit Wachstumsfaktoren hergestellt wird, welches dann ins Kniegelenk injiziert werden kann. Die in den Blutplättchen vorhandenen Wachstumsfaktoren sollen die bei der Arthrose vorhandene chronische Entzündung im Gelenk eindämmen und so zur Beschwerdebesserung führen. Meist werden diese Injektionen 3-5-mal wiederholt.

Ist die Abnützung des Gelenks bereits zu weit fortgeschritten, so hilft als sichere Methode der Schmerzreduktion und Verbesserung der Beweglichkeit meist nur noch der Oberflächengelenksersatz (Knieprothese).

Das Individualknie – maßgeschneidert für Sie:

Durch die Verwendung einer speziellen nur für Ihr Knie maßgeschneiderten Prothese (MyKnee) kann der Blut- und Knochenverlust bei der Operation minimiert und eine hohe Präzision gewährleistet werden. Dabei werden anhand von präoperativ angefertigten CT Bildern die Schnittblöcke für die Operation absolut individuell nur für Ihr Knie hergestellt. Am Computer werden vor der OP die Knochenschnitte und die Beinachse optimal berechnet, was dazu führt, dass die beschädigten Knochenteile in perfektem Winkel abgesägt werden können und die Operationszeit deutlich verkürzt wird. Das Risiko chirurgischer Ungenauigkeiten wird mittels dieser Technik minimiert.

Die Patienten können das operierte Kniegelenk ab dem ersten Tag der Operation wieder voll belasten und in der Regel nach etwa 5 Tagen das Krankenhaus unter guter Beweglichkeit und Stiegen steigend verlassen. Unterarmstützkrücken sollten zur Entlastung der Weichteile für 6 Wochen verwendet werden und eine Rehabilitation unter physiotherapeutischer Anleitung mit Muskelaufbau und Bewegungskoordination ist dringend zu empfehlen.

Für ein erfolgreiches Operationsergebnis ist neben dem Einsatz modernster Techniken, die optimale Zusammenarbeit von Arzt, Patient und Physiotherapeut unumgänglich.