Früher galt die Behandlung einer Claviculafraktur als Domäne der konservativen Therapie. Heutzutage sollte sehr wohl ein auf den Patienten individuell abgestimmtes Versorgungskonzept zur Anwendung kommen.
Viele Schlüsselbeinbrüche können nach wie vor ohne Operation, also konservativ, behandelt werden. Mittels drei- bis vierwöchiger Ruhigstellung mit Verband und anschließender Physiotherapie können sie sehr gut verheilen.
Liegen jedoch stärkere Fehlstellungen vor, wie zum Beispiel Verkürzungen des Schlüsselbeins oder starke Knickbildungen mit mehreren Bruchstücken, so kann dies die Schulterfunktion beeinträchtigen. Hier muss eventuell mittels Operation eine Fehlstellung bzw. Fehlheilung verhindert werden.
Meist wird der Bruch operativ eingerichtet und mittels einer Platte und Schrauben (=Osteosynthese) versorgt.
Bei Schlüsselbeinfrakturen des äußeren Drittels muss auf eine Beteiligung des Schultereckgelenks geachtet werden.
Musste der Bruch operativ versorgt werden, so wird der Arm nach der Operation eventuell noch in einem Verband ruhiggestellt. Wichtig ist eine konsequente Physiotherapie nach der Operation, um die volle Funktion der Schulter wieder zu erlangen.
Die Platte und Schrauben müssen nach einer Operation nicht zwingend entfernt werden, allerdings wirken sie oftmals aufgrund der dünnen Haut über dem Schlüsselbein störend, besonders beim Tragen von Rucksäcken. Für manche kann die Platte auch kosmetisch störend sein. Dies ist besonders bei schlanken Frauen der Fall, da hier die Form der Platte oft durch die Haut erkannt werden kann. In solchen Fällen können mit einem kleinen Eingriff die Schrauben und Platte entfernt werden, was jedoch erst nach etwa 18 Monaten erfolgen sollte.